Sportverletzungen verhindern: Was jeder Trainer wissen sollte
Unzählige
Studien haben die positiven physischen, emotionalen und psychologischen
Auswirkungen von Sport nachgewiesen, die allesamt eine wichtige Rolle bei einem
gesunden Lebensstil in jedem Alter spielen. Ob du dich nun um Nachwuchsturner
kümmerst, als Basketballtrainer aktiv bist oder als Fußballtrainer fungierst
und die Jugend fit für das nächste Spiel machst – du weißt, welche positiven
Auswirkungen Sport auf unser Leben haben kann. Doch um von all diesen positiven
Aspekten profitieren zu können, müssen Sportler, Eltern, Trainer und andere
Fitnessexperten daran arbeiten, das dem Sport innewohnende Verletzungsrisiko zu
minimieren.
Welche Risiken bestehen?
Allgemein kann man sagen, dass das Verletzungsrisiko bei Wettkämpfen höher ist
als im Training oder bei einem Freizeitkick. Die Hälfte aller Verletzungen
tritt an den Beinen auf. Dazu zählen z. B. ein verstauchter Knöchel,
Verletzungen des vorderen Kreuzbandes und unspezifische Knieschmerzen. Im
Vergleich dazu fallen 20 Prozent aller Verletzungen auf die Arme und oberen
Extremitäten, wobei Schulterverletzungen an erster Stelle stehen. Kopf- und
Nackenverletzungen schlagen mit 10 Prozent zu Buche, wobei
Gehirnerschütterungen in diesem Bereich den Spitzenplatz einnehmen. Der
geringste Prozentsatz von Sportverletzungen fällt auf Rückenmarkverletzungen.
Andere mögliche Probleme sind Hyperthermie und Hautinfektionen. Schließlich
können bestimmte gesundheitliche Beschwerden wie z. B. ein Herzleiden den
Sportler einem erhöhten Risiko aussetzen.
Betrachten wir nun einige grundlegende Maßnahmen für Sportler, Eltern und
Trainer, um ein positives, verletzungsfreies Sporterlebnis sicherzustellen.
Grundregeln zur Verhinderung von
Sportverletzungen
Sportmedizinische Untersuchung
Bevor du mit einem regelmäßigen Sport- oder Fitnesstraining beginnst, solltest
du dich auf jeden Fall von einem Arzt unter Berücksichtigung deiner
Krankengeschichte sportmedizinisch untersuchen lassen. Der Arzt kann
feststellen, ob bei dir irgendwelche gesundheitlichen Probleme vorliegen, die
potenziell zu Verletzungen führen könnten. Darüber hinaus kann der Arzt spezielle
Kraft- oder Ausdauerübungen empfehlen, die das Verletzungsrisiko minimieren
oder zumindest dabei helfen, bestimmte körperliche Defizite auszugleichen, die
einen Sportler anfällig für Verletzungen machen können.
Periodisierung
Etwa 70 % aller Sportverletzungen gehen auf körperliche Leiden wie
Knochenbrüche, Verstauchungen oder Zerrungen zurück. Obwohl du Verletzungen auf
vielen Wegen verhindern kannst, besteht die Grundregel darin, dass du deine
eigenen physischen Grenzen nicht überschreiten solltest. Periodisierung
bezeichnet den Prozess, bei dem du dein Trainingspensum langsam und
kontinuierlich steigerst und dabei regelmäßige Regenerationstage und Wochen zur
Erholung mit in deinen
Trainingsplan einbaust. Diese Methode eignet sich am
besten, um eine langfristige, nachhaltige Verbesserung der Fitness zu erzielen
und Verletzungen sowie ein Ausbrennen zu verhindern. Denn oftmals entstehen
Verletzungen dadurch, dass man zu schnell auf einem zu hohen Level trainiert.
Typische Sportverletzungen und wie sie
verhindert werden können
Verletzungen des vorderen und hinteren
Kreuzbands
Vorderes und hinteres Kreuzband sind wichtige Bänder des Knieapparats, deren
Funktion die Stabilisierung des Gelenks bei jeder Bewegung ist. Im Zentrum des
Gelenks kreuzen sich die Bänder zu einem „X“. Dadurch kann das Kniegelenk ohne
Seitwärtsbewegung gebeugt und gestreckt werden. Kreuzbandverletzungen stellen
sich im günstigsten Fall als Bänderdehnung heraus. In schlimmeren Fällen kommt
es jedoch zu einem Teilriss oder einem vollständigen Riss des Bandes.
Verletzungen des hinteren Kreuzbandes können z. B. durch äußere
Gewalteinwirkung auf das Kniegelenk auftreten, z. B. beim
Fußball
. Verletzungen
des vorderen Kreuzbandes, einschließlich Kreuzbandrissen (teilweise oder
vollständig), treten in der Regel dann auf, wenn der Sportler einen plötzlichen
Richtungswechsel vollzieht und das Bein eine Drehbewegung macht, ohne dass sich
der Fuß mitbewegt. Aber auch bei einem abrupten Abbremsen aus dem Lauf oder
einer verunglückten Landung nach einem Sprung kann ein Kreuzbandriss die Folge
sein.
In letzter Zeit hat sich die Anzahl an Kreuzbandverletzungen bei Sportlerinnen
deutlich erhöht, insbesondere bei Fußballerinnen. Studien zeigen, dass das
Risiko einer Verletzung des vorderen Kreuzbandes bei Fußballerinnen 2-8 Mal
höher ist als bei ihren männlichen Kollegen. Über neuromuskuläres und
propriozeptives Training kann die Häufigkeit von Verletzungen des vorderen
Kreuzbandes um das 2-4fache gesenkt werden.
Viele Studien haben sich damit beschäftigt, wie Kreuzbandverletzungen
verhindert werden können. Dabei wurden verschiedene Tipps erarbeitet, wie man
das Verletzungsrisiko minimieren kann. Dazu zählen:
1. Vulnerable Positionen vermeiden
2. Flexibilität erhöhen
3. Plyometrische Übungen mit in das
Training einbauen
4. Propriozeption (Wahrnehmung der
Lage und Bewegung des Gelenks/Körpers im Raum) erhöhen
Gehirnerschütterung
Gehirnerschütterungen sind ein relativ häufiges Phänomen bei
Kontaktsportarten. Sie können aber auch bei zahlreichen anderen Disziplinen
auftreten. Es gibt jede Menge Studien in Bezug auf Gehirnerschütterungen und
deren kurz- bzw. langfristigen Auswirkungen. Folgen von Gehirnerschütterungen
können neurokognitive Probleme sein, die noch lange Zeit bestehen bleiben,
nachdem Anzeichen oder Symptome einer Gehirnerschütterung bereits abgeklungen
sind. Sportler sollten sich nach jeder Gehirnerschütterung einem medizinischen
Check unterziehen. Dazu ist eine eingehende ärztliche Untersuchung
erforderlich, wobei auch auf bereits in der Vergangenheit erlittene
Gehirnerschütterungen eingegangen wird und die Symptome und Schwere der
aktuellen Verletzung besprochen werden. Mit jeder Gehirnerschütterung erhöht
sich das Risiko, in Zukunft eine weitere derartige Verletzung zu erleiden. Sportler
sollten nach einer derartigen Verletzung erst dann wieder aufs Spielfeld
zurückkehren, wenn sie ein ärztliches OK erhalten haben. In einigen Fällen kann
auch die Durchführung kognitiver Tests angezeigt sein. Bedeutsam bei der
Vorbeugung dieser Art von Verletzung ist es, Athleten, Trainer, Eltern und
andere Fitnessexperten darüber aufzuklären, wie wichtig es ist, Symptome einer
Gehirnerschütterung zu melden. Athleten und Trainer sollten außerdem darüber
aufgeklärt werden, welche Aktionen Kopfverletzungen nach sich ziehen können (z.
B. Zusammenprall mit den Köpfen beim Fußball, Spearing beim American Football
oder auch ein Sturz beim Radfahren).
Anzeichen und Symptome einer Gehirnerschüttung treten entweder unmittelbar nach
dem auslösenden Ereignis oder aber erst später auf. Zu den frühen Symptomen
zählen Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Verwirrtheit, Ohrgeräusche, Übelkeit
bzw. Brechreiz und visuelle Probleme. Verzögert auftretende Symptome können
Stunden oder erst Tage später zur Geltung kommen. Dazu zählen
Gedächtnisstörungen, eine schlechte Konzentration, Schlafstörungen,
Persönlichkeitsveränderungen und allgemeine Müdigkeit.
Sportler, die Anzeichen einer Gehirnerschütterung aufweisen, sollten erst dann
wieder Sport treiben, wenn sie von einem Arzt untersucht wurden und dieser sein
OK gegeben hat. Helme verringern das Risiko einer Schädelfraktur und schwerer
Kopfverletzungen. Unter Umständen können Sie aufgrund des Aufpralls des
Schädels auf die Polsterung an der Helminnenseite jedoch das Risiko einer Gehirnerschüttung
erhöhen. Unsachgemäßer Gebrauch oder ein falscher Sitz des Helms können das
Risiko einer Gehirnerschütterung zusätzlich steigern. In der Wissenschaft
herrschen zu diesem Thema noch immer kontroverse Ansichten vor, obwohl die
klaren Vorteile, die das Tragen eines Helms mit sich bringt, gegenüber dem
eventuellen Risiko einer Gehirnerschütterung bei weitem überwiegen.
Schließlich gab es auch einige Untersuchungen dazu, ob das Tragen eines
Mundschutzes eine Gehirnerschütterung verhindern kann. Doch bis jetzt gibt es
noch keine Beweise für diese These. Jedoch ist das Tragen eines Mundschutzes
erstrebenswert, um Verletzungen der Zähne und des Kiefers zu verhindern.
Zum Thema Gehirnerschütterung liegt noch einiges im Unklaren oder Verborgenen
und die Forschung ist auf diesem Gebiet weiter aktiv. Dennoch ist es aufgrund
des häufigen Vorkommens von Gehirnerschütterungen beim Sport wichtig, sich der
vielen einfließenden Faktoren bewusst zu sein: So ist ein sauberes Training von
Tacklings oder Körperkontakt wichtig, um das Risiko von Kopfverletzungen zu
minimieren. Entscheidend ist aber auch, die Anzeichen einer möglichen
Gehirnerschütterung zu erkennen, um weiteren Verletzungen vorbeugen zu können.
Hyperthermie
Hyperthermie entsteht dann, wenn der Körper keine Wärme abgeben kann.
Hyperthermie kann theoretisch bei jeder sportlichen Betätigung auftreten, da
der Körper beim Sport 15-20 Mal mehr Hitze produziert als im Ruhezustand.
Jedoch tritt Hyperthermie am häufigsten bei heißen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit
auf. Wärmebelastung ist das Ergebnis zahlreicher Faktoren, vor allem aber der
Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit. Hyperthermie kann in verschiedenen
Schweregraden auftreten. Die schwerwiegendste Form ist dabei der Hitzschlag.
Das Risiko einer Hyperthermie erhöht sich, wenn das Wetter in der
Saisonvorbereitung heiß und feucht ist und die Athleten noch nicht richtig an
sportliche Belastung unter diesen Bedingungen gewöhnt bzw. akklimatisiert sind.
Jedoch gibt es einige Maßnahmen, durch die Sportler und Trainer das Risiko
einer Hyperthermie verringern können:
1. Athleten sollten genügend Zeit
haben, um sich an die klimatischen Verhältnisse zu gewöhnen (5-10 Tage, je
nach Alter, Fitnesszustand und Ausrüstung des Athleten)
2. Die Strategien zur
Flüssigkeitszufuhr vor, während und nach der sportlichen
3. Betätigung
sollten optimiert werden
4. Den Athleten sollte ein langsames
und progressives Fitnesstraining erstellt werden, in dem Platz für ausreichend
Regeneration ist
5. Athleten sollten locker sitzende,
atmungsaktive Kleidung in hellen Farben tragen
6. Athleten sollten die Ausrüstung an
übermäßig heißen oder feuchten Tagen minimieren
7. Je nach Wetter ist ggf. mit der
sportlichen Aktivität auszusetzen oder diese zu modifizieren
Plötzlicher Herztod
Der plötzliche Tod nach außen hin gesunder, junger Menschen während des
Sports ist äußerst tragisch. Glücklicherweise tritt der plötzliche Herztod beim
Sport jedoch sehr selten auf. In der Regel ist der plötzliche Herztod auf einen
angeborenen Herzfehler zurückzuführen. Daher ist es wichtig, sich vor dem
Beginn eines Trainingsprogramms ärztlich untersuchen zu lassen und auch auf die
Krankengeschichte der Familie einzugehen, um das Risiko eines plötzlichen Herztods
beim Sport ermitteln zu können.
Commotio Cordis (Herzerschütterung)
aufgrund eines stumpfen Thoraxtraumas
Eine Ursache für einen plötzlichen Herztod beim Sport, der nicht auf einen
angeborene Herzfehler zurückzuführen ist, können Herzerschütterungen sein. In
diesem Fall kann ein stumpfes Trauma – z. B. ein Schlag auf die Brust – im
falschen Moment zu einer Störung des Herzschlags führen, wodurch das Herz den
Körper nicht mehr ausreichend mit Blut versorgen kann. Diese Verletzungen
treten sehr selten auf und es gibt naturgemäß keine Risikofaktoren, die
jemanden besonders anfällig für eine solche Verletzung machen. Commotio Cordis
betrifft häufig Athleten unter 16 Jahren in Sportarten mit einem kleinen Ball
oder Puck als Spielgerät. Nicht selten tragen die Sportler in diesen Sportarten
einen Brustschutz. Folgende Vorsichtsmaßnahmen können erwiesenermaßen die
Todesfolge nach einer Herzerschütterung verhindern:
1. Ein Notfallplan ist aufgestellt
2. Es besteht Zugang zu einem
Defibrillator
3. Es werden dem Alter entsprechender
Bälle (z. B. weicherer Baseball für jüngere Sportler) verwendet
4. Trainer sollten jüngere Sportler
darüber aufklären, direkte Treffer auf die Brust zu vermeiden, da ein
Brustschutz eine Herzerschütterung nicht verhindern kann
Hautinfektionen
Hautinfektionen sind zwar keine schwerwiegende Verletzung, können aber aufgrund
zunehmend resistenterer Bakterien eine Spielpause und andere Probleme nach sich
ziehen. Sportler können sich vor allem dann eine Infektion einfangen, wenn die
Ausrüstung mehrmals hintereinander genutzt wird, ohne gewaschen zu werden. Auch
wenn sich mehrere Sportler eine Ausrüstung teilen oder wenn sie mit gemeinsam
genutzten Oberflächen in Berührung kommen (Sportgeräte, Bodenmatten usw.)
können Hautinfektionen die Folge sein. Durch folgende Maßnahmen kann eine
bakterielle Hautinfektion bei Sportlern verhindert werden:
1. Regelmäßige Kontrolle von Athleten
in Sportarten mit erhöhtem Risiko (z. B. Football, Ringen, Fechten)
2. Athleten mit einer Hautläsion oder
Infektion werden vom Sport freigestellt
3. Gute Hygienepraxis wird gefördert,
z. B. regelmäßiges Händewaschen, Desinfektion von Ausrüstung und keine
gemeinsame Nutzung von Handtüchern, Bettwäsche, Seife usw.
4. Sportler werden dazu ermutigt,
Hautläsionen oder Ausschlag zu melden
Aufklärung ist eine der besten Methoden, um Verletzungen zu vermeiden. Mit dem
Wissen über die am häufigsten auftretenden Verletzungen in deiner jeweiligen
Sportart sowie über die Risikofaktoren der einzelnen Sportler kann sich ein
Bewusstsein und Verständnis breit machen, das dazu beitragen kann, das eine
Verletzung nie auftritt – das ist schließlich das Ziel.
Wertvolle Maßnahmen zur Verhinderung von
Verletzungen
1. Konditionstraining durchführen, um
Muskeln und Ausdauer im Laufe der Zeit langsam und stetig zu steigern
2. Ordentliches Erwärmungs- und
Abwärmprogramm durchführen, darunter auch Dehnübungen
3. Verbandskasten
zur Hand haben und die Versorgung von kleineren Schnittverletzungen,
Blutergüssen und Zerrungen lernen
4. Notfallplan für den Fall größerer
Verletzungen bei Training oder Wettkampf aufstellen Das Ausmaß von
Verletzungen durch eine sofortige medizinische Versorgung minimieren
5. Immer die am besten geeignete
Kleidung und Schutzausrüstung tragen, um häufige Verletzungen zu
vermeiden. Kleidung und Schutzausrüstung müssen ordentlich sitzen,
Schutzausrüstung muss immer korrekt getragen werden
6. Immer für einen ausgeglichenen
Flüssigkeitshaushalt sorgen
7. Auf eine ausgewogene Ernährung
achten
8. Auf eine saubere Technik achten
und die Regeln deiner Sportart einhalten. Außerdem die Hallen- bzw.
Platzordnung der Sportstätte, in der du trainierst/spielst, respektieren
9. Verletzungen sofort melden
10. Deine Sportausrüstung vor dem
Gebrauch auf Schäden und die ordnungsgemäße Funktion hin überprüfen sowie
sämtliche Fremdkörper von deiner Spielfläche entfernen
Hinweise für einzelne Sportarten
Baseball/Softball:
Verletzungen beim Baseball und Softball können sowohl akute als auch
traumatische Ereignisse sowie Verletzungen aufgrund von chronischer
Überbeanspruchung sein. Häufig treten leichte Gewebeschädigungen wie z. B.
Blutergüsse, Hautabschürfungen und Schnittverletzungen auf. Auch Schulter- und
Ellbogenverletzungen sind nicht ungewöhnlich, besonders bei jungen Pitchern.
Grund hierfür ist die wiederholte Beanspruchung beim Werfen. Besonders
betroffen sind hiervon die Rotatorenmanschette, die Bizepssehne, die Bänder im
Ellbogengelenk, die mit dem Gelenk verbundenen Knochen sowie der Bandapparat an
der Schulterpfanne. In der Regel reichen Ruhe, eine leichte Medikation und ein
Reha-Programm aus, um nach einiger Zeit wieder aufs Spielfeld zurückzukehren.
Nützliche Tipps, wie Verletzungen beim Softball/Baseball vermieden werden
können:
1. Achte beim Schlagen und Werfen auf
eine saubere Technik. Achte darauf, dass weder du noch deine Teamkameraden
übermäßig viel schlagen oder werfen, da dies zu Verletzungen aufgrund von
Überbeanspruchung führen kann
2. Anstelle von festen Bases sollten
flexible Bases installiert werden. Dadurch wird das Verletzungsrisiko
erheblich verringert, wenn Spieler mit vollem Einsatz die Base erreichen
wollen
Turnen:
Zu den häufigsten Verletzungen beim Turnen zählen Frakturen der Handgelenke,
Finger und Zehen, gefolgt von Verstauchungen an Knöcheln und Knien. Etwa 40 %
aller plötzlich auftretenden Verletzungen passieren beim Bodenturnen. Die
meisten Verletzungen geschehen bei Bewegungen, die von erfahrenen Turnern als
einfach oder mittelschwer angesehen werden. Ein erhöhtes Verletzungsrisiko
besteht außerdem dann, wenn ein Turner für längere Zeit nur an einem Gerät
turnt. Eine der Hauptursachen für Verletzungen ist Konzentrationsverlust.
Entscheidend für das Verhindern von Verletzungen beim Turnen ist daher zu
wissen, wann eine Übung besser beendet werden sollte.
Die am häufigsten verletzten Körperteile bei Turnern sind je nach Geschlecht
Knöchel, Knie, Handgelenke, Ellbogen, der untere Rücken und die Schulter.
Verstauchungen des Knöchels sind besonders häufig. Überbeanspruchung und
nichtspezifische Schmerzen, insbesondere der Handgelenke und des unteren
Rückens, treten häufig bei Turnerinnen mit fortgeschrittenem Niveau auf.
Faktoren, die zu einem erhöhten Verletzungsrisiko bei Turnerinnen beitragen,
sind eine größere Körpergröße und ein größerer Körperfettanteil, Phasen des
schnellen Körperwachstums sowie erhöhter Stress. Genauso zählen Essstörungen
wie z. B. Magersucht oder Bulimie zu den schwerwiegenden Problemen, denen sich
Turnerinnen ausgesetzt sehen.
Nützliche Tipps, wie Verletzungen beim Turnen vermieden werden können:
1. Erwärme und
dehne dich vor jedem Training oder Wettkampf ordentlich
2. Führe niemals
neue oder anspruchsvollere Turnelemente ohne Aufsicht durch einen erfahrenen
Trainer durch
3. Lerne den
richtigen Einsatz von Matten, Gürteln, Landegruben und Trampolinen
4. Achte auf eine
ausgewogene Ernährung
5. Vermeide
schnelle Steigerungen der Schwierigkeit der geturnten Elemente und des
Trainingspensums
6. Melde
Verletzungen sofort
Basketball:
Die häufigsten in der Notaufnahme behandelten Sportverletzungen von
Jugendlichen und Heranwachsenden stammen vom Basketball
. Frauen verletzten sich
dabei häufiger und meistens schwerer als Männer und tragen vor allem Knöchel-
und Knieverletzungen davon. Die häufigsten Verletzungen beim Basketball sind
akute Verletzungen an Handgelenken, Fingern oder auch Knöchelverstauchungen
oder Zerrungen. Verletzungen aufgrund chronischer Überbeanspruchung treten
weniger häufig in Erscheinung, Entzündungen der Knie- oder Achillessehne bzw.
Schulter hingegen häufiger.
Nützliche Tipps, um Verletzungen beim Basketball zu vermeiden:
1. Trage einen
Mundschutz, um das Risiko von Gesichts- und Zahnverletzungen zu verringern
2. Baue neuromuskuläres Training mit
in den Trainingsplan ein (d. h. Training, das speziell die Verbindung
zwischen Muskulatur und Nervenzentrum fördert), da dadurch das Risiko von
Knieverletzungen gesenkt werden kann: Frage deinen Trainer oder
Fitnessexperten nach den verschiedenen Möglichkeiten eines neuromuskulären
Trainings.
3. Trage spezielle Basketballschuhe
mit rutschfester Sohle, die genügend Halt bieten
Fußball:
Zu den häufigsten Verletzungen beim Fußball zählen Verstauchungen des Knöchels,
Zerrungen, Achillessehnenreizungen, Kreuzbandverletzungen, Knorpelschäden im
Knie und Gehirnerschütterungen. Zerrungen nehmen bei den Verletzungen den
ersten Platz ein und der Knöchel ist der am meisten lädierte Körperteil. Das
Auftreten von Verletzungen hängt auch von der Erfahrung, Spielposition, dem
Pensum und vorherigen Verletzungen des Spielers oder aber auch dem Wetter ab.
Bei verletzungsanfälligen Akteuren haben sich der Einsatz von Gelenkstützen
sowie propriozeptives/neuromuskuläres Koordinationstraining positiv bewährt.
Gerade durch letzteres erlangen die Spieler eine bessere Koordination sowie ein
besseres Körpergefühl im Raum, wodurch das Verletzungsrisiko reduziert werden
kann. Schließlich gibt es Anzeichen dafür, dass ein gezieltes Training von
Sprung- und Landetechniken zu weniger Kreuzbandverletzungen führt, vor allem
bei Fußballspielerinnen.
Nützliche Tipps, um Verletzungen beim Fußball zu vermeiden:
1. Trage
Schutzausrüstung
2. Trage einen
Knöchelschutz, vor allem wenn du in der Vergangenheit bereits
Knöchelverletzungen hattest
3. Setze auf ein
propriozetives/neuromuskuläres Training
4. Lerne saubere
Sprung- und Landetechniken
American Football:
Das Verletzungsrisiko von Footballspielern steigt mit zunehmendem Alter und
sinkt in Teams, die über erfahrene Trainer und eine größere Anzahl an
Assistenztrainern verfügen. Die meisten Verletzungen in dieser Sportart
passieren im Spiel, obwohl auch im Training häufiger eine Verletzung auftreten
kann. Verletzungen kommen in erster Linie dann vor, wenn die Spieler sich
blocken, tackeln oder getackelt werden. In Einheiten, in denen Körperkontakt
trainiert wird, kommt es mit einer 4 Mal höheren Wahrscheinlichkeit zu
Verletzungen als in anderen Einheiten. Insgesamt gesehen machen Blessuren der
unteren Extremitäten die Hälfte aller Verletzungen aus, wobei Knieverletzungen
an erster Stelle stehen. Beim Football passieren auch die meisten
Kreuzbandverletzungen. Interessanterweise treten Verletzungen weniger häufig
bei jenen Spielern auf, die kürzere Stollen tragen.
Verstauchungen und Zerrungen machen 40 % der Verletzungen aus, Prellungen 25 %,
Frakturen 10 %, Gehirnerschütterungen 5 % und ausgekugelte Gelenke 15 %.
Hautinfektionen kommen in Football-Teams auch häufig vor. Grund hierfür ist
verschmutzte Ausrüstung. Aufgrund der heißen Temperaturen im Sommer
(Saisonvorbereitung und -beginn in den USA) und der schweren Ausrüstung ist
Hyperthermie ein großes Thema bei Footballspielern. Hyperthermie ist sogar eine
der führenden Todesursachen bei High-School-Spielern.
Die meisten Verletzungen beim Football sind Blutergüsse, Zerrungen und Verstauchungen
und verlaufen glimpflich. Regeländerungen, nach denen der Griff ins
Gesichtsgitter oder sonstige Helmöffnungen verboten ist, haben zu einem enormen
Rückgang verheerender Kopf- und Nackenverletzungen geführt. Da Football ein
Sport mit hohem Verletzungsrisiko ist, müssen Trainer und Spieler wissen, wie
Verletzungen am besten vermieden werden können.
Nützliche Tipps, um Verletzungen beim Football zu vermeiden:
1. Trage kürzere
Stollen
2. Trainiere
saubere Tacklings und setze diese im Spiel auch um
3. Trage in
Training und Spiel eine Schutzausrüstung
4. Achte auf
einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt
5. Passe bei zu
großer Hitze das Training an oder verlege Training oder Spiele ggf. in kühlere
Tageszeiten
References:
Abernethy L. Bleakley C., Strategies to prevent injury in adolescent sport: a systematic review. Br J Sports Med. 2007 Oct;41(10):627–38.
American College of Sports Medicine. Team physician consensus statement. Med. Sci. Sports Exerc. 32(4):877–878, 2000.
American College of Sports Medicine. Sideline preparedness for the team physician: A consensus statement. Med. Sci. Sports Exerc. 33(5):846–849, 2001.
American College of Sports Medicine. The team physician and conditionin