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Sportverletzungen verhindern: Was jeder Trainer wissen sollte

By:Alex M. McDonald, MD
Sportverletzungen verhindern: Was jeder Trainer wissen sollte
Unzählige Studien haben die positiven physischen, emotionalen und psychologischen Auswirkungen von Sport nachgewiesen, die allesamt eine wichtige Rolle bei einem gesunden Lebensstil in jedem Alter spielen. Ob du dich nun um Nachwuchsturner kümmerst, als Basketballtrainer aktiv bist oder als Fußballtrainer fungierst und die Jugend fit für das nächste Spiel machst – du weißt, welche positiven Auswirkungen Sport auf unser Leben haben kann. Doch um von all diesen positiven Aspekten profitieren zu können, müssen Sportler, Eltern, Trainer und andere Fitnessexperten daran arbeiten, das dem Sport innewohnende Verletzungsrisiko zu minimieren.

Welche Risiken bestehen?
Allgemein kann man sagen, dass das Verletzungsrisiko bei Wettkämpfen höher ist als im Training oder bei einem Freizeitkick. Die Hälfte aller Verletzungen tritt an den Beinen auf. Dazu zählen z. B. ein verstauchter Knöchel, Verletzungen des vorderen Kreuzbandes und unspezifische Knieschmerzen. Im Vergleich dazu fallen 20 Prozent aller Verletzungen auf die Arme und oberen Extremitäten, wobei Schulterverletzungen an erster Stelle stehen. Kopf- und Nackenverletzungen schlagen mit 10 Prozent zu Buche, wobei Gehirnerschütterungen in diesem Bereich den Spitzenplatz einnehmen. Der geringste Prozentsatz von Sportverletzungen fällt auf Rückenmarkverletzungen. Andere mögliche Probleme sind Hyperthermie und Hautinfektionen. Schließlich können bestimmte gesundheitliche Beschwerden wie z. B. ein Herzleiden den Sportler einem erhöhten Risiko aussetzen.

Betrachten wir nun einige grundlegende Maßnahmen für Sportler, Eltern und Trainer, um ein positives, verletzungsfreies Sporterlebnis sicherzustellen.

Grundregeln zur Verhinderung von Sportverletzungen

Sportmedizinische Untersuchung
Bevor du mit einem regelmäßigen Sport- oder Fitnesstraining beginnst, solltest du dich auf jeden Fall von einem Arzt unter Berücksichtigung deiner Krankengeschichte sportmedizinisch untersuchen lassen. Der Arzt kann feststellen, ob bei dir irgendwelche gesundheitlichen Probleme vorliegen, die potenziell zu Verletzungen führen könnten. Darüber hinaus kann der Arzt spezielle Kraft- oder Ausdauerübungen empfehlen, die das Verletzungsrisiko minimieren oder zumindest dabei helfen, bestimmte körperliche Defizite auszugleichen, die einen Sportler anfällig für Verletzungen machen können.

Periodisierung
Etwa 70 % aller Sportverletzungen gehen auf körperliche Leiden wie Knochenbrüche, Verstauchungen oder Zerrungen zurück. Obwohl du Verletzungen auf vielen Wegen verhindern kannst, besteht die Grundregel darin, dass du deine eigenen physischen Grenzen nicht überschreiten solltest. Periodisierung bezeichnet den Prozess, bei dem du dein Trainingspensum langsam und kontinuierlich steigerst und dabei regelmäßige Regenerationstage und Wochen zur Erholung mit in deinen Trainingsplan einbaust. Diese Methode eignet sich am besten, um eine langfristige, nachhaltige Verbesserung der Fitness zu erzielen und Verletzungen sowie ein Ausbrennen zu verhindern. Denn oftmals entstehen Verletzungen dadurch, dass man zu schnell auf einem zu hohen Level trainiert.

Typische Sportverletzungen und wie sie verhindert werden können

Verletzungen des vorderen und hinteren Kreuzbands
Vorderes und hinteres Kreuzband sind wichtige Bänder des Knieapparats, deren Funktion die Stabilisierung des Gelenks bei jeder Bewegung ist. Im Zentrum des Gelenks kreuzen sich die Bänder zu einem „X“. Dadurch kann das Kniegelenk ohne Seitwärtsbewegung gebeugt und gestreckt werden. Kreuzbandverletzungen stellen sich im günstigsten Fall als Bänderdehnung heraus. In schlimmeren Fällen kommt es jedoch zu einem Teilriss oder einem vollständigen Riss des Bandes. Verletzungen des hinteren Kreuzbandes können z. B. durch äußere Gewalteinwirkung auf das Kniegelenk auftreten, z. B. beim Fußball . Verletzungen des vorderen Kreuzbandes, einschließlich Kreuzbandrissen (teilweise oder vollständig), treten in der Regel dann auf, wenn der Sportler einen plötzlichen Richtungswechsel vollzieht und das Bein eine Drehbewegung macht, ohne dass sich der Fuß mitbewegt. Aber auch bei einem abrupten Abbremsen aus dem Lauf oder einer verunglückten Landung nach einem Sprung kann ein Kreuzbandriss die Folge sein.

In letzter Zeit hat sich die Anzahl an Kreuzbandverletzungen bei Sportlerinnen deutlich erhöht, insbesondere bei Fußballerinnen. Studien zeigen, dass das Risiko einer Verletzung des vorderen Kreuzbandes bei Fußballerinnen 2-8 Mal höher ist als bei ihren männlichen Kollegen. Über neuromuskuläres und propriozeptives Training kann die Häufigkeit von Verletzungen des vorderen Kreuzbandes um das 2-4fache gesenkt werden.

Viele Studien haben sich damit beschäftigt, wie Kreuzbandverletzungen verhindert werden können. Dabei wurden verschiedene Tipps erarbeitet, wie man das Verletzungsrisiko minimieren kann. Dazu zählen:

1. Vulnerable Positionen vermeiden
2. Flexibilität erhöhen
3. Plyometrische Übungen mit in das Training einbauen
4. Propriozeption (Wahrnehmung der Lage und Bewegung des Gelenks/Körpers im Raum) erhöhen

Gehirnerschütterung
Gehirnerschütterungen sind ein relativ häufiges Phänomen bei Kontaktsportarten. Sie können aber auch bei zahlreichen anderen Disziplinen auftreten. Es gibt jede Menge Studien in Bezug auf Gehirnerschütterungen und deren kurz- bzw. langfristigen Auswirkungen. Folgen von Gehirnerschütterungen können neurokognitive Probleme sein, die noch lange Zeit bestehen bleiben, nachdem Anzeichen oder Symptome einer Gehirnerschütterung bereits abgeklungen sind. Sportler sollten sich nach jeder Gehirnerschütterung einem medizinischen Check unterziehen. Dazu ist eine eingehende ärztliche Untersuchung erforderlich, wobei auch auf bereits in der Vergangenheit erlittene Gehirnerschütterungen eingegangen wird und die Symptome und Schwere der aktuellen Verletzung besprochen werden. Mit jeder Gehirnerschütterung erhöht sich das Risiko, in Zukunft eine weitere derartige Verletzung zu erleiden. Sportler sollten nach einer derartigen Verletzung erst dann wieder aufs Spielfeld zurückkehren, wenn sie ein ärztliches OK erhalten haben. In einigen Fällen kann auch die Durchführung kognitiver Tests angezeigt sein. Bedeutsam bei der Vorbeugung dieser Art von Verletzung ist es, Athleten, Trainer, Eltern und andere Fitnessexperten darüber aufzuklären, wie wichtig es ist, Symptome einer Gehirnerschütterung zu melden. Athleten und Trainer sollten außerdem darüber aufgeklärt werden, welche Aktionen Kopfverletzungen nach sich ziehen können (z. B. Zusammenprall mit den Köpfen beim Fußball, Spearing beim American Football oder auch ein Sturz beim Radfahren).

Anzeichen und Symptome einer Gehirnerschüttung treten entweder unmittelbar nach dem auslösenden Ereignis oder aber erst später auf. Zu den frühen Symptomen zählen Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Verwirrtheit, Ohrgeräusche, Übelkeit bzw. Brechreiz und visuelle Probleme. Verzögert auftretende Symptome können Stunden oder erst Tage später zur Geltung kommen. Dazu zählen Gedächtnisstörungen, eine schlechte Konzentration, Schlafstörungen, Persönlichkeitsveränderungen und allgemeine Müdigkeit.

Sportler, die Anzeichen einer Gehirnerschütterung aufweisen, sollten erst dann wieder Sport treiben, wenn sie von einem Arzt untersucht wurden und dieser sein OK gegeben hat. Helme verringern das Risiko einer Schädelfraktur und schwerer Kopfverletzungen. Unter Umständen können Sie aufgrund des Aufpralls des Schädels auf die Polsterung an der Helminnenseite jedoch das Risiko einer Gehirnerschüttung erhöhen. Unsachgemäßer Gebrauch oder ein falscher Sitz des Helms können das Risiko einer Gehirnerschütterung zusätzlich steigern. In der Wissenschaft herrschen zu diesem Thema noch immer kontroverse Ansichten vor, obwohl die klaren Vorteile, die das Tragen eines Helms mit sich bringt, gegenüber dem eventuellen Risiko einer Gehirnerschütterung bei weitem überwiegen.

Schließlich gab es auch einige Untersuchungen dazu, ob das Tragen eines Mundschutzes eine Gehirnerschütterung verhindern kann. Doch bis jetzt gibt es noch keine Beweise für diese These. Jedoch ist das Tragen eines Mundschutzes erstrebenswert, um Verletzungen der Zähne und des Kiefers zu verhindern.

Zum Thema Gehirnerschütterung liegt noch einiges im Unklaren oder Verborgenen und die Forschung ist auf diesem Gebiet weiter aktiv. Dennoch ist es aufgrund des häufigen Vorkommens von Gehirnerschütterungen beim Sport wichtig, sich der vielen einfließenden Faktoren bewusst zu sein: So ist ein sauberes Training von Tacklings oder Körperkontakt wichtig, um das Risiko von Kopfverletzungen zu minimieren. Entscheidend ist aber auch, die Anzeichen einer möglichen Gehirnerschütterung zu erkennen, um weiteren Verletzungen vorbeugen zu können.

Hyperthermie
Hyperthermie entsteht dann, wenn der Körper keine Wärme abgeben kann. Hyperthermie kann theoretisch bei jeder sportlichen Betätigung auftreten, da der Körper beim Sport 15-20 Mal mehr Hitze produziert als im Ruhezustand. Jedoch tritt Hyperthermie am häufigsten bei heißen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit auf. Wärmebelastung ist das Ergebnis zahlreicher Faktoren, vor allem aber der Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit. Hyperthermie kann in verschiedenen Schweregraden auftreten. Die schwerwiegendste Form ist dabei der Hitzschlag. Das Risiko einer Hyperthermie erhöht sich, wenn das Wetter in der Saisonvorbereitung heiß und feucht ist und die Athleten noch nicht richtig an sportliche Belastung unter diesen Bedingungen gewöhnt bzw. akklimatisiert sind.

Jedoch gibt es einige Maßnahmen, durch die Sportler und Trainer das Risiko einer Hyperthermie verringern können:

1. Athleten sollten genügend Zeit haben, um sich an die klimatischen Verhältnisse zu gewöhnen (5-10 Tage, je nach Alter, Fitnesszustand und Ausrüstung des Athleten)
2. Die Strategien zur Flüssigkeitszufuhr vor, während und nach der sportlichen
3. Betätigung sollten optimiert werden
4. Den Athleten sollte ein langsames und progressives Fitnesstraining erstellt werden, in dem Platz für ausreichend Regeneration ist
5. Athleten sollten locker sitzende, atmungsaktive Kleidung in hellen Farben tragen
6. Athleten sollten die Ausrüstung an übermäßig heißen oder feuchten Tagen minimieren
7. Je nach Wetter ist ggf. mit der sportlichen Aktivität auszusetzen oder diese zu modifizieren

Plötzlicher Herztod
Der plötzliche Tod nach außen hin gesunder, junger Menschen während des Sports ist äußerst tragisch. Glücklicherweise tritt der plötzliche Herztod beim Sport jedoch sehr selten auf. In der Regel ist der plötzliche Herztod auf einen angeborenen Herzfehler zurückzuführen. Daher ist es wichtig, sich vor dem Beginn eines Trainingsprogramms ärztlich untersuchen zu lassen und auch auf die Krankengeschichte der Familie einzugehen, um das Risiko eines plötzlichen Herztods beim Sport ermitteln zu können.

Commotio Cordis (Herzerschütterung) aufgrund eines stumpfen Thoraxtraumas
Eine Ursache für einen plötzlichen Herztod beim Sport, der nicht auf einen angeborene Herzfehler zurückzuführen ist, können Herzerschütterungen sein. In diesem Fall kann ein stumpfes Trauma – z. B. ein Schlag auf die Brust – im falschen Moment zu einer Störung des Herzschlags führen, wodurch das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut versorgen kann. Diese Verletzungen treten sehr selten auf und es gibt naturgemäß keine Risikofaktoren, die jemanden besonders anfällig für eine solche Verletzung machen. Commotio Cordis betrifft häufig Athleten unter 16 Jahren in Sportarten mit einem kleinen Ball oder Puck als Spielgerät. Nicht selten tragen die Sportler in diesen Sportarten einen Brustschutz. Folgende Vorsichtsmaßnahmen können erwiesenermaßen die Todesfolge nach einer Herzerschütterung verhindern:

1. Ein Notfallplan ist aufgestellt
2. Es besteht Zugang zu einem Defibrillator
3. Es werden dem Alter entsprechender Bälle (z. B. weicherer Baseball für jüngere Sportler) verwendet
4. Trainer sollten jüngere Sportler darüber aufklären, direkte Treffer auf die Brust zu vermeiden, da ein Brustschutz eine Herzerschütterung nicht verhindern kann

Hautinfektionen
Hautinfektionen sind zwar keine schwerwiegende Verletzung, können aber aufgrund zunehmend resistenterer Bakterien eine Spielpause und andere Probleme nach sich ziehen. Sportler können sich vor allem dann eine Infektion einfangen, wenn die Ausrüstung mehrmals hintereinander genutzt wird, ohne gewaschen zu werden. Auch wenn sich mehrere Sportler eine Ausrüstung teilen oder wenn sie mit gemeinsam genutzten Oberflächen in Berührung kommen (Sportgeräte, Bodenmatten usw.) können Hautinfektionen die Folge sein. Durch folgende Maßnahmen kann eine bakterielle Hautinfektion bei Sportlern verhindert werden:

1. Regelmäßige Kontrolle von Athleten in Sportarten mit erhöhtem Risiko (z. B. Football, Ringen, Fechten)
2. Athleten mit einer Hautläsion oder Infektion werden vom Sport freigestellt
3. Gute Hygienepraxis wird gefördert, z. B. regelmäßiges Händewaschen, Desinfektion von Ausrüstung und keine gemeinsame Nutzung von Handtüchern, Bettwäsche, Seife usw.
4. Sportler werden dazu ermutigt, Hautläsionen oder Ausschlag zu melden


Aufklärung ist eine der besten Methoden, um Verletzungen zu vermeiden. Mit dem Wissen über die am häufigsten auftretenden Verletzungen in deiner jeweiligen Sportart sowie über die Risikofaktoren der einzelnen Sportler kann sich ein Bewusstsein und Verständnis breit machen, das dazu beitragen kann, das eine Verletzung nie auftritt – das ist schließlich das Ziel.

Wertvolle Maßnahmen zur Verhinderung von Verletzungen

1. Konditionstraining durchführen, um Muskeln und Ausdauer im Laufe der Zeit langsam und stetig zu steigern
2. Ordentliches Erwärmungs- und Abwärmprogramm durchführen, darunter auch Dehnübungen
3. Verbandskasten zur Hand haben und die Versorgung von kleineren Schnittverletzungen, Blutergüssen und Zerrungen lernen
4. Notfallplan für den Fall größerer Verletzungen bei Training oder Wettkampf aufstellen Das Ausmaß von Verletzungen durch eine sofortige medizinische Versorgung minimieren
5. Immer die am besten geeignete Kleidung und Schutzausrüstung tragen, um häufige Verletzungen zu vermeiden. Kleidung und Schutzausrüstung müssen ordentlich sitzen, Schutzausrüstung muss immer korrekt getragen werden
6. Immer für einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt sorgen
7. Auf eine ausgewogene Ernährung achten
8. Auf eine saubere Technik achten und die Regeln deiner Sportart einhalten. Außerdem die Hallen- bzw. Platzordnung der Sportstätte, in der du trainierst/spielst, respektieren
9. Verletzungen sofort melden
10. Deine Sportausrüstung vor dem Gebrauch auf Schäden und die ordnungsgemäße Funktion hin überprüfen sowie sämtliche Fremdkörper von deiner Spielfläche entfernen


Hinweise für einzelne Sportarten

Baseball/Softball:
Verletzungen beim Baseball und Softball können sowohl akute als auch traumatische Ereignisse sowie Verletzungen aufgrund von chronischer Überbeanspruchung sein. Häufig treten leichte Gewebeschädigungen wie z. B. Blutergüsse, Hautabschürfungen und Schnittverletzungen auf. Auch Schulter- und Ellbogenverletzungen sind nicht ungewöhnlich, besonders bei jungen Pitchern. Grund hierfür ist die wiederholte Beanspruchung beim Werfen. Besonders betroffen sind hiervon die Rotatorenmanschette, die Bizepssehne, die Bänder im Ellbogengelenk, die mit dem Gelenk verbundenen Knochen sowie der Bandapparat an der Schulterpfanne. In der Regel reichen Ruhe, eine leichte Medikation und ein Reha-Programm aus, um nach einiger Zeit wieder aufs Spielfeld zurückzukehren.

Nützliche Tipps, wie Verletzungen beim Softball/Baseball vermieden werden können:

1. Achte beim Schlagen und Werfen auf eine saubere Technik. Achte darauf, dass weder du noch deine Teamkameraden übermäßig viel schlagen oder werfen, da dies zu Verletzungen aufgrund von Überbeanspruchung führen kann
2. Anstelle von festen Bases sollten flexible Bases installiert werden. Dadurch wird das Verletzungsrisiko erheblich verringert, wenn Spieler mit vollem Einsatz die Base erreichen wollen


Turnen:
Zu den häufigsten Verletzungen beim Turnen zählen Frakturen der Handgelenke, Finger und Zehen, gefolgt von Verstauchungen an Knöcheln und Knien. Etwa 40 % aller plötzlich auftretenden Verletzungen passieren beim Bodenturnen. Die meisten Verletzungen geschehen bei Bewegungen, die von erfahrenen Turnern als einfach oder mittelschwer angesehen werden. Ein erhöhtes Verletzungsrisiko besteht außerdem dann, wenn ein Turner für längere Zeit nur an einem Gerät turnt. Eine der Hauptursachen für Verletzungen ist Konzentrationsverlust. Entscheidend für das Verhindern von Verletzungen beim Turnen ist daher zu wissen, wann eine Übung besser beendet werden sollte.

Die am häufigsten verletzten Körperteile bei Turnern sind je nach Geschlecht Knöchel, Knie, Handgelenke, Ellbogen, der untere Rücken und die Schulter. Verstauchungen des Knöchels sind besonders häufig. Überbeanspruchung und nichtspezifische Schmerzen, insbesondere der Handgelenke und des unteren Rückens, treten häufig bei Turnerinnen mit fortgeschrittenem Niveau auf. Faktoren, die zu einem erhöhten Verletzungsrisiko bei Turnerinnen beitragen, sind eine größere Körpergröße und ein größerer Körperfettanteil, Phasen des schnellen Körperwachstums sowie erhöhter Stress. Genauso zählen Essstörungen wie z. B. Magersucht oder Bulimie zu den schwerwiegenden Problemen, denen sich Turnerinnen ausgesetzt sehen.

Nützliche Tipps, wie Verletzungen beim Turnen vermieden werden können:

1. Erwärme und dehne dich vor jedem Training oder Wettkampf ordentlich
2. Führe niemals neue oder anspruchsvollere Turnelemente ohne Aufsicht durch einen erfahrenen Trainer durch
3. Lerne den richtigen Einsatz von Matten, Gürteln, Landegruben und Trampolinen
4. Achte auf eine ausgewogene Ernährung
5. Vermeide schnelle Steigerungen der Schwierigkeit der geturnten Elemente und des Trainingspensums
6. Melde Verletzungen sofort


Basketball:
Die häufigsten in der Notaufnahme behandelten Sportverletzungen von Jugendlichen und Heranwachsenden stammen vom Basketball . Frauen verletzten sich dabei häufiger und meistens schwerer als Männer und tragen vor allem Knöchel- und Knieverletzungen davon. Die häufigsten Verletzungen beim Basketball sind akute Verletzungen an Handgelenken, Fingern oder auch Knöchelverstauchungen oder Zerrungen. Verletzungen aufgrund chronischer Überbeanspruchung treten weniger häufig in Erscheinung, Entzündungen der Knie- oder Achillessehne bzw. Schulter hingegen häufiger.

Nützliche Tipps, um Verletzungen beim Basketball zu vermeiden:

1. Trage einen Mundschutz, um das Risiko von Gesichts- und Zahnverletzungen zu verringern
2. Baue neuromuskuläres Training mit in den Trainingsplan ein (d. h. Training, das speziell die Verbindung zwischen Muskulatur und Nervenzentrum fördert), da dadurch das Risiko von Knieverletzungen gesenkt werden kann: Frage deinen Trainer oder Fitnessexperten nach den verschiedenen Möglichkeiten eines neuromuskulären Trainings.
3. Trage spezielle Basketballschuhe mit rutschfester Sohle, die genügend Halt bieten


Fußball:
Zu den häufigsten Verletzungen beim Fußball zählen Verstauchungen des Knöchels, Zerrungen, Achillessehnenreizungen, Kreuzbandverletzungen, Knorpelschäden im Knie und Gehirnerschütterungen. Zerrungen nehmen bei den Verletzungen den ersten Platz ein und der Knöchel ist der am meisten lädierte Körperteil. Das Auftreten von Verletzungen hängt auch von der Erfahrung, Spielposition, dem Pensum und vorherigen Verletzungen des Spielers oder aber auch dem Wetter ab. Bei verletzungsanfälligen Akteuren haben sich der Einsatz von Gelenkstützen sowie propriozeptives/neuromuskuläres Koordinationstraining positiv bewährt. Gerade durch letzteres erlangen die Spieler eine bessere Koordination sowie ein besseres Körpergefühl im Raum, wodurch das Verletzungsrisiko reduziert werden kann. Schließlich gibt es Anzeichen dafür, dass ein gezieltes Training von Sprung- und Landetechniken zu weniger Kreuzbandverletzungen führt, vor allem bei Fußballspielerinnen.

Nützliche Tipps, um Verletzungen beim Fußball zu vermeiden:

1. Trage Schutzausrüstung
2. Trage einen Knöchelschutz, vor allem wenn du in der Vergangenheit bereits Knöchelverletzungen hattest
3. Setze auf ein propriozetives/neuromuskuläres Training
4. Lerne saubere Sprung- und Landetechniken

American Football:
Das Verletzungsrisiko von Footballspielern steigt mit zunehmendem Alter und sinkt in Teams, die über erfahrene Trainer und eine größere Anzahl an Assistenztrainern verfügen. Die meisten Verletzungen in dieser Sportart passieren im Spiel, obwohl auch im Training häufiger eine Verletzung auftreten kann. Verletzungen kommen in erster Linie dann vor, wenn die Spieler sich blocken, tackeln oder getackelt werden. In Einheiten, in denen Körperkontakt trainiert wird, kommt es mit einer 4 Mal höheren Wahrscheinlichkeit zu Verletzungen als in anderen Einheiten. Insgesamt gesehen machen Blessuren der unteren Extremitäten die Hälfte aller Verletzungen aus, wobei Knieverletzungen an erster Stelle stehen. Beim Football passieren auch die meisten Kreuzbandverletzungen. Interessanterweise treten Verletzungen weniger häufig bei jenen Spielern auf, die kürzere Stollen tragen.

Verstauchungen und Zerrungen machen 40 % der Verletzungen aus, Prellungen 25 %, Frakturen 10 %, Gehirnerschütterungen 5 % und ausgekugelte Gelenke 15 %. Hautinfektionen kommen in Football-Teams auch häufig vor. Grund hierfür ist verschmutzte Ausrüstung. Aufgrund der heißen Temperaturen im Sommer (Saisonvorbereitung und -beginn in den USA) und der schweren Ausrüstung ist Hyperthermie ein großes Thema bei Footballspielern. Hyperthermie ist sogar eine der führenden Todesursachen bei High-School-Spielern.

Die meisten Verletzungen beim Football sind Blutergüsse, Zerrungen und Verstauchungen und verlaufen glimpflich. Regeländerungen, nach denen der Griff ins Gesichtsgitter oder sonstige Helmöffnungen verboten ist, haben zu einem enormen Rückgang verheerender Kopf- und Nackenverletzungen geführt. Da Football ein Sport mit hohem Verletzungsrisiko ist, müssen Trainer und Spieler wissen, wie Verletzungen am besten vermieden werden können.

Nützliche Tipps, um Verletzungen beim Football zu vermeiden:

1. Trage kürzere Stollen
2. Trainiere saubere Tacklings und setze diese im Spiel auch um
3. Trage in Training und Spiel eine Schutzausrüstung
4. Achte auf einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt
5. Passe bei zu großer Hitze das Training an oder verlege Training oder Spiele ggf. in kühlere Tageszeiten


References: Abernethy L. Bleakley C., Strategies to prevent injury in adolescent sport: a systematic review. Br J Sports Med. 2007 Oct;41(10):627–38. American College of Sports Medicine. Team physician consensus statement. Med. Sci. Sports Exerc. 32(4):877–878, 2000. American College of Sports Medicine. Sideline preparedness for the team physician: A consensus statement. Med. Sci. Sports Exerc. 33(5):846–849, 2001. American College of Sports Medicine. The team physician and conditionin

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